Jimmy Smith

Jimmy Smith (eigentlich James Oscar Smith) (* 8. Dezember 1928 in Norristown, Pennsylvania; † 8. Februar 2005 in Phoenix, Arizona) war ein US-amerikanischer Jazz- und Bluesorganist.


Jimmy Smith gilt als der bedeutendste Erneuerer des Orgelspiels im Modern Jazz. Den Einsatz der B-3 Hammondorgel revolutionierte er in einer Weise, die eine Einteilung der Geschichte der Orgel im Jazz in eine Periode vor Jimmy Smith und eine Periode mit und nach ihm rechtfertigt. Jimmy Smith war jahrelang auf den Poll-Gewinn des Jazzmagazins Down Beat in der Kategorie Orgel abonniert, die die Zeitschrift erst 1964 extra für ihn eingeführt hatte.

 

Er machte den Hammond-Sound weltweit populär und ist Vorbild vieler späterer Organisten und Keyboarder. Sein Trio-Konzept mit der Besetzung Orgel, E-Gitarre und Schlagzeug (ohne Bass) wurde häufig kopiert und führte in den 50er und 60er Jahren zu einer wahren Flut von Kombos mit gleicher Besetzung, die in dieser Zeit sehr populär waren. Das Orgel-Trio gilt heute als klassisch.

Jimmy Smith spielte zunächst Klavier und Bass und wandte sich erst 1951 der Orgel zu. Die ersten Aufnahmen als Leader machte er 1956 auf dem Blue Note-Label. Seine erste LP trug den vielsagenden Titel A New Sound, A New Star: Jimmy Smith At The Organ. Der Legende nach war der Plattenproduzent und Inhaber von Blue Note Alfred Lion von Jimmy Smiths Musik so begeistert, dass er erklärte, er wolle seinen Beruf an den Nagel hängen. Stattdessen wolle er in Zukunft mit dem Organisten auf Tour umherreisen, um ihn jeden Abend spielen hören zu können. Er machte seine Drohung jedoch nicht wahr. Von 1956 bis 1961 spielte Jimmy Smith Material für mehr als 30 LPs auf Blue Note ein. Als Höhepunkt seiner Schallplattenkarriere gelten die LPs Back At The Chicken Shack und Midnight Special von 1960. Im Jahr 1962 wechselte Jimmy Smith zum Label Verve, bei dem er zahlreiche auch kommerziell sehr erfolgreiche Platten aufnahm, darunter etliche mit Big Band-Begleitung (darunter viele mit Oliver Nelson und etlichen anderen, wie etwa Billy Byers, Claus Ogerman, Lalo Schifrin und Tom McIntosh).

 

Smith pflegte drei grundsätzlich verschiedene Spielweisen, die er je nach dem Charakter seiner Songs einsetzte. Bei schnellen Stücken legte er die Basslinie in die linke Hand und setzte die Pedale der Orgel nur zum Erzeugen kurzer Akzente auf die Viertelnoten bzw. zum Markieren hervorzuhebender Bassgänge ein. Mit der Improvisation der rechten Hand setzte er Melodielinien dagegen, die ihre Spannung aus dem Gegensatz von lange ausgehaltenen Liegetönen und rasantem Laufwerk bezogen. Die Akkorde der Mittelstimmen wurden bei solchen Stücken vorwiegend vom Gitarristen getragen. In langsameren Stücken fiel die Basslinie komplett an das Pedal, wodurch die linke Hand zum Spielen kurzer, perkussiver Akzente mit wenigen Tönen freiwurde. Einen auf den ersten Blick verwirrenden Individualstil verwandte Smith in sehr langsamen Balladen (Laura): da vielstimmige Akkorde in der Lage der linken Hand mulmig klängen, verlegte Smith diese Akkorde in die rechte Hand und führte die Melodie mit seiner Linken. Andere Jazzorganisten erreichen denselben Effekt durch Überkreuzen der Hände.

 

Mit seiner von Blues und Gospel stark geprägten funky Spielweise gilt er als ein wichtiger Vertreter des Hard Bop und Soul Jazz. Er nahm in seiner mehr als 50 Jahre langen Karriere mehr als 150 Platten auf. Mit Hits wie Got My Mojo Workin oder Walk On The Wild Side hatte Jimmy Smith für einen Jazzmusiker außergewöhnliche Erfolge auch beim breiten Publikum. Unter seinen musikalischen Partnern waren unter anderen der Tenorsaxophonist Stanley Turrentine, die Gitarristen Kenny Burrell und Grant Green sowie die Arrangeure Oliver Nelson und Lalo Schifrin. Auch die Schlagzeuger Donald Bailey und Grady Tate sollten hier unbedingt genannt werden. Er hat auch mit Wes Montgomery aufgenommen (Jimmy & Wes - The Dynamic Duo; Further adventures of Jimmy and Wes, 1966).

 

Jimmy Smith lebt vor allem durch seinen Song „Root Down (And Get It)" in der jüngeren Generation weiter. Die Beastie Boys, eine New Yorker Hip-Hop-Band, griffen Root Down 1995 wieder auf und veröffentlichten ihre Version davon als EP mit mehreren Mixen (Free Zone Mix, PP Balloon Mix, Prince Paul Remix). Auch die von den Beastie Boys neu aufgelegte Version von „Root Down" errang bald Kultstatus, war sie doch nicht zuletzt auch mit Originalsamples aus Jimmy Smith's Epos gespickt. Das Video zu „Root Down" zeigt voller Ehrerbietung u. a. auch das Schallplattencover von Jimmy Smith's „Root Down (And Get It)".

 

2005 erhielt er die NEA Jazz Masters Fellowship.