Buena Vista Social Club

Buena Vista Social Club, ursprünglich El Social Club de Buenavista, ist die Bezeichnung eines Danzón von Israel López, der 1996 vom US-amerikanischen Gitarristen Ry Cooder unter anderen bei einem Projekt mit kubanischen Musikern aufgenommen wurde. Der Name wurde für das ganze Aufnahmeprojekt gewählt; letztendlich diente er nicht nur als Titel der CD, sondern bezeichnete als Marke des Labels World Circuit eine ganze Reihe von Tonträgern und Tourneen sowie einen Film und umgangssprachlich auch weitere Produktionen mit den ursprünglich beteiligten kubanischen Künstlern. Durch die Verleihung des Grammy an Ry Cooder für die CD-Produktion 1998 sowie den 1999 erschienenen gleichnamigen Dokumentarfilm von Wim Wenders wurden die unter diesem Namen zusammengeführten Musiker weltweit bekannt.

 

Vorgeschichte

 

Im Jahr 1996 reiste der amerikanische Musiker Ry Cooder wegen eines Projekts mit afrikanischen Musikern, das dann nicht zustande kam, nach Kuba. Dort liefen bereits Aufnahmen mit Juan de Marcos González und den Afro-Cuban All Stars für das Plattenlabel der beiden, Nick Golds World Circuit. González hatte bisher als Tresero und Leiter von Sierra Maestra traditionellen Son gespielt und realisierte erstmals ein Projekt, das den orchestralen Son der 50er Jahre wieder aufleben ließ. Cooder übernahm die All Stars und ließ sich, der populären Darstellung folgend, von de Marcos (neben den für seine Projekte typischeren Spielern von Saiteninstrumenten Eliades Ochoa und Barbarito Torres) repräsentative Sänger dieses Stils empfehlen - tatsächlich stellen sie einen Teil der bei den All Stars gefeaturten Solisten dar. Sowohl de Marcos A Toda Cuba Le Gusta als auch Buena Vista Social Club sollten 1997 für den Grammy in der Kategorie Tropical Latin Performance nominiert werden. Das Ende der Produktionszeit wurde für Rubén González' erstes Soloalbum Introducing Rubén González genutzt, und alle drei CDs erschienen zusammen auf dem Markt.

 

Das Titelstück der CD Buena Vista Social Club heißt nach einem Veranstaltungsort - dem Social Club in Buena Vista, einem Stadtteil von Havanna - der in den 1940er und 50er Jahren sehr populär war und in dem einige der Musiker bereits aufgetreten waren.

 

Das BVSC-Projekt erwies sich als sehr erfolgreich. Insbesondere in der westlichen Welt wurden von der CD Buena Vista Social Club deutlich mehr Exemplare verkauft als erwartet. Es entstanden daher Pläne für Nachfolgeprojekte.

 

1998 reiste Ry Cooder erneut nach Kuba. Er plante, ein Solo-Album mit dem Sänger Ibrahim Ferrer einzuspielen. Cooder brachte einen langjährigen Freund, den deutschen Film-Regisseur Wim Wenders sowie dessen Film-Crew mit. So entstand während der Aufnahmen zu dem Album und danach während einiger Konzerte ein Dokumentarfilm gleichen Namens.

 

Handlung

 

Einige der Musiker erzählen in dem Film aus ihrem Leben. Im Mittelpunkt stehen dabei Berichte zum Werdegang als Musiker. Die Musiker werden zudem bei Studioaufnahmen und drei großen Konzerten gezeigt, zwei in Amsterdam und das dritte in der Carnegie Hall in New York.

 

Eingestreut zwischen diesen Szenen gibt es Aufnahmen, die bei Fahrten durch Havanna entstanden sind. Der Blick der Kamera beschönigt dabei nichts, zeigt in aller Deutlichkeit den morbiden, dekadenten Charme der kubanischen Hauptstadt, mit teils verfallenen, aber belebten Straßenzügen.

 

Die Konzertausschnitte aus New York werden durch filmische Dokumente von den Erkundungstouren der kubanischen Künstler in New York unterbrochen. Viele der Künstler sind im Zusammenhang mit dem Konzert zum ersten Mal nach Nordamerika gereist. In der deutschen Version wird der Film mit Untertiteln gezeigt. Auch die Texte der vorgetragenen Lieder erscheinen als Untertitel.

 

Beteiligte Musiker

 

Ibrahim Ferrer

 

Ibrahim Ferrer (1927−2005) war Sänger des Ensembles. Angeblich wurde er in einem Tanzclub geboren, bei seiner Mutter sollen unerwartet früh die Wehen eingesetzt haben. Mit zwölf Jahren wurde Ferrer zum Vollwaisen und schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, etwa als Zeitungsverkäufer oder Schuhputzer.

 

Er war derjenige aus dem Kreis der „Buena Vista Social Club“-Musiker, der am freimütigsten aus seinem Leben erzählte. Er gab als besondere Stärke der Kubaner an, dass sie in wirtschaftlich schwierigen Zeiten den Mut behielten. Kubaner seien Menschen, die nicht auf Besitz aus sind. „Wären wir auf Besitz aus,“ so Ferrer, „gäbe es uns längst nicht mehr.“

 

Compay Segundo

 

Der Gitarrist und Sänger Máximo Francisco Repilado Múñoz, besser bekannt unter seinem Künstlernamen Compay Segundo, (1907−2003) starb im Alter von 95 Jahren. Er hinterließ fünf Kinder.

 

In das Bild von unverwüstlicher Vitalität passt, dass er mehr als 80 Jahre lang Zigarren rauchte und im Alter von 85 noch einen Sohn zeugte.

 

Omara Portuondo

 

Die Sängerin Omara Portuondo (* 1930) ist die einzige Frau unter den Musikern.

 

Sie wird während eines Spaziergangs durch die Stadt gezeigt. Sie singt dabei eines ihrer berühmten Lieder. Passanten erkennen sie und eine Frau stimmt in den Gesang ein.

 

Rubén González

 

Rubén González (1919−2003) wird als einer der größten Pianisten seines Landes angesehen.

 

Der Film zeigt ihn in einem großen Saal am Piano sitzend. Kindliche Ballett-Elevinnen und kleine Turnschüler gesellen sich zu ihm und bewegen sich zu seiner Musik.

 

Eliades Ochoa

 

Eliades Ochoa (* 1946) ist Sänger und Gitarrist; im Film wird er an Bahngleisen gezeigt. Er erzählt von seiner Jugend und wie er zum Musiker wurde.

 

Ry Cooder

 

Ry Cooder (* 1947) und sein Sohn Joachim sind bei den Studioaufnahmen und bei den Konzert-Auftritten dabei, der eine als Gitarrist, der andere als Schlagzeuger und Percussionist. Sie werden außerdem bei Fahrten durch Havanna auf einem Motorrad mit Beiwagen gezeigt.

 

...aus Wikipedia